Unbenanntes Dokument
Ausweiskontrolle:
Geschwader- & Community-Treffen
Zurück zur Übersicht
Datum: 27-29. April 2007 Ort: Hannover Laatzen
Event: Geschwadertreffen Fotoalben: #2 #3 #4
Teilnehmer:
I/JG27_Buran, I/JG27_Degalus, I/JG27_Nemesis, I/JG27_Pauke, I/JG27_Steini,
Tobi, I/JG27_WING, I/JG27_Zimmi,
Bericht:

Nach schweren Kämpfen an der Ostfront und in Norwegen hatte sich die I. Gruppe JG 27 eine Ruhepause redlich verdient. Kurzerhand wurde die Piloten am Freitag, dem 27. April auf den Flugplatz nach Fassberg in Niedersachsen zurückverlegt, um die Akkus wieder aufzutanken und frische Kräfte zu sammeln. Leider konnten sich nicht alle Piloten über drei Tage in der Heimat freuen. So musste Martin eine schwere Knieverletzung auskurieren, Heini zur Nachschulung wegen mangelnder Sprechfunkkenntnisse, Viper war auf dem elterlichen Hof unabkömmlich beim Ausbringen der Saat (kann der sowas?) und Njal wurde wegen irgendeiner geheimen Angelegenheit vom Ministerium angefordert. Angeblich soll es sich um senkrecht startende Fluggeräte handeln: „Hubschrauber“, kann so etwas fliegen? Nein, die sind nur so hässlich, dass sie von der Erde abgestoßen werden…

Den weitesten Weg hatte unser Kommodore, der einen Umweg über seine österreichische Heimat nahm, aber das Glück hatte, dass er von einem Ju-52-Truppentransporter nach Köln mitgenommen wurde, von wo aus er dann die Weiterreise gemeinsam mit Degalus und Wing im offenen Kübelwagen in Angriff nahm.

Während in Russland die Straßen und Wege im Frühjahr wegen des unerträglichen Schlammes nicht passierbar sind, waren es in Deutschland die endlosen Truppen- und Materialtransporte, die unsere Anreise beschwerlich werden ließen. Doch schließlich hieß es am Freitag Abend für alle: Willkommen in Faßberg. Neben den schon genannten gehörten dazu Steini, Pauke, Nemesis, Tobi und Buran.

Unteroffizier Degalus hatte als Quartiermeister alles bestens organisiert. Tat das gut, die Beine mal wieder in einem richtigen Bett auszustrecken! Doch zuvor ging es in die Kantine, wo wir bei Bier und guten Essen die neuesten Veröffentlichungen über Feindflugzeuge studierten.

Am Samstag morgen stand der Besuch der Luftfahrtausstellung in Laatzen auf dem Programm. Neben historischen Fluggeräten wie dem Lilienthal-Gleiter, dem Fokker-Dreidecker oder der Spirit of Saint Louis hatten wir hier ausgiebig die Möglichkeit, uns mit den neuesten Serienmustern der Fw-190 und Bf-109 vertraut zu machen. Selbst eine Spitfire war zum Greifen nahe und bot Gelegenheit, die Stärken und Schwächen des Gegners einmal aus nächster Nähe zu studieren. Ausstellungsleiter Keller hatte für unsere Fühung etwa eineinhalb Stunden vorgesehen. Unser Interesse an der Technik begeisterte ihn so sehr, dass er uns weit über drei Stunden durch die Ausstellung führte und uns sogar das Triebwerk unseres künftigen Strahljägers im Detail erläuterte. Mit solcher einer Technik werden wir die Feinde bald in Scharen vom Himmel fegen!

Von Laatzen ging es weiter nach Wunstorf. Hier wird in einer Flugzeughalle an die Einsätze unserer Luftwaffe in Norwegen erinnert. Im April 1940 landeten dort 12 Ju-52 auf dem Eise eines Sees. Leider mussten wir die Maschinen im Laufe der Frontbegradigung dort zurücklassen. Bei Tauwetter haben wir sie alle im See versinken lassen. Keine einzige ist dem Feind in die Hände gefallen. Leider war der Leiter der Ausstellung nicht von der freundlichen Sorte. Im Gegenteil, es betrübt uns sehr, dass wir als Piloten derart grob und ganz und gar nicht als willkommene Gäste behandelt wurden.

Der Abend stand ganz im Zeichen des Studiums von Luftkampftaktiken und Feindmaschinen. Pauke hatte extra dafür seinen Simulator aufgestellt. Aber dem Vergleich zur echten Fliegerei kann so ein Spielzeug natürlich nicht standhalten. Wer schon einmal eine Steilkurve mit 350 km/h in einer engen, dröhnenden, nach Öl und Schießpulver riechenden Messerschmitt gezogen hat, weiß, wovon ich spreche.

Am Sonntag haben wir unserer Panzertruppe in Munster einen Besuch abgestattet. Auch hier gab es jede Menge Technik zu sehen. Neben Tiger und Jagdpanther standen hier sogar russische und amerikanische Beutestücke. Der Feind ist schon zu bedauern, wenn er in solchen Sardinenbüchsen auf unsere neuesten Panzerkräfte stößt, die sicher bald zur Verfügung stehen werden.

Nach dem Besuch der Ausstellung gab es noch ein gemeinsames Mittagessen mit einem besonderen Höhepunkt: Unser „alter“ Freund Wing schmiss eine Runde und gab damit seinen Einstand im JG 27 bekannt. Was für eine Freude, ein echtes Ass in unseren Reihen zu haben!

Danach trennten sich unsere Wege. Einmal in der deutschen Heimat, wollte jeder die Gelegenheit nutzen, seine Familie wiederzusehen, und sei es nur für kurze Zeit. Doch schon bald werden wir frisch gestärkt zu neuen Einsätzen in die Luft aufsteigen.

I/JG27_Buran



zurück zum Seitenanfang